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Betontod – Live in Wiesbaden/Schlachthof

 

Betontod – Live in Wiesbaden/Schlachthof

 

Die Betontoten sind ja jetzt auch schon eine ganze Weile dabei, dementsprechend ist auch ihre Fanbase über die Jahre gewachsen, aber trotz eines Freitag Abend hat es für einen ausverkauften Schlachthof nicht gereicht, sodass der hintere Merch Teil abgehängt wurde, um eben nicht zu große Lücken entstehen zu lassen. Was soll man sagen, die Stimmung war fantastisch, obs an der künstlichen Verknappung lag, sei dahin gestellt.

 

Den Auftakt machen Rogers, die ebenfalls wie (neuerdings?) Betontod aus dem Radio Bob Dunstkreis stammen und zocken ihren soliden Punk-Radio-Rock ab. Mit „Mittelfinger für immer“ aus 2019 starten die Düsseldorfer, welcher wohlauch der erste Radio Song gewesen sein dürfte. Live kommt da auf jeden Fall mehr Druck, wummernde Bässe und beim zweiten Song rennt Chri dann auch Broilers like (Düsseldorf lässt grüßen) mit dem Mikro in der Hand und umgehängter Gitarre über die Bühne. Es gibt zwischendurch fast schon obligatorisch eine Ansage gegen die AFD, simpel, in dem Rund natürlich mit Effekt, wie es noch besser geht zeigt später der Headliner. Bei „Die Nachbarn von oben“ gehen dann auf Aufforderung tatsächlich fast alle Hände in der Halle nach oben und die Rolle des Einheizers wurde gut ausgefüllt. Ein bisschen mehr Druck und Punk auf Scheibe und die Rogers könnten komplett gefallen.

 

Eine kurze Umbaupause und kurz nach 21 Uhr geht’s dann mit Betontod weiter. Und schupps, werden einige große Flaggen geschwenkt. Das sieht schon geil aus und trägt zur Stimmung bei, ähnlicher Effekt wie im Sommer in Wacken bei Savatage. Eröffnet wird mit „All die schönen Menschen“ dem Opener des neuen Albums „Wir fangen jetzt erst an“. Drei Songs dauert es, bis Oliver eine Begrüßung ans Publikum schickt. Der Schlachthof hat Bock, wie eigentlich immer. Bei „Tanz im Algorithmus“  werden die Hüftengeschwungen und bei Neonlicht kommen nicht nur textlich Nenas 99 Luftballons zum Zuge, sondern auch das Intro im Mittelteil, was passend eingesetzt wird und zusätzlich Stimmung bringt.


Stimmung bringt natürlich auch der Knaller „Hömmasammawommanomma“ der lautstarkt mitgesungen wird, wie auch bei „Bambule & Randale“. Schade schade, dass „Nie mehr Alkohol“ ausgelassen wurde, dafür hätte gut und gerne „Eine letzte Runde“ vom neuen Album wegfallen können. Klar, der Song wurde dafür geschrieben, ihn live aufzuhören, aber genau dieses Kalkül nervt eben. Dadurch, dass die Stimmung aber wirklich ultra gut und ausgelassen ist, singt das unsägliche „döpp-de-döpp“ von Scooter leider jeder mit und die Band wird wohl bestätigt, einen Knaller geschrieben zu haben. Muss man so hinnehmen.


Kommen wir zurück zum positiven, denn das waren wirklich die einzigen negativen Punkte, derSound ist super, gut laut aber differenziert, geile Lichtshow, die Flaggen werden in der Mitte noch einmal geschwenkt und Frank gibt eine Ansage gegen Rechts, wie man sie heutzutage wohl nicht besser machen könnte: Er plädiert davor, die Leute, die vermeintlich abgedriftet sind zum Reden zu bewegen und sich vielleicht in der Mitte zu einigen und Kompromisse zu finden, statt einfach nur entgegengesetzte Extreme aufzumachen! Er betont, dass er nicht relativieren will, aber er plädiert eben dafür, nicht weiter die Spaltung voranzutreiben, wie es beide Seiten der Extremen derzeit überall machen. Chapeau!


Und dann ist der Abend nach „Traum von Freiheit“ und seinem „Wasserwerferregen“ auch leider schon vorbei, keine Zugabe, was dann wiederum für Authentizität spricht, denn warum Zeit verschwenden mit weggehen und geplant wiederkommen?
Wiederkommen dürfen die Leute aber gerne, ein gelungener Punkabend bei dem wohl niemand unbefriedigend in den ungemütlichen Herbstabend zurück torkelt.

 

 

 

 

 

Und zum Schluss nochmal ein dickes Lob an den Schlachthof Wiesbaden, sein Team und das Konzept. Bombastisch wie immer organisiert und eingespielt und wo bitte bekommt man bei solch einer Größenordnung heute noch diverse Biere 05,l für 4,50? Danke für euer geiles Engagement in der Kulturszene!

 

 

 

 

(Text: Röbin / Pics: Johanna)

 

https://www.betontod.de

 

https://schlachthof-wiesbaden.de/

 

 

 


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