Tungsten - Ashes
(Perception)
Wollte man, so können man TUNGSTEN schnell einen Strick daraus drehen, dass sie ihr Spiel verstanden haben und nun schamlos an den Regeln vorbeispielen. Anders Johansson (Ex-Hammerfall), seine beiden Söhne Karl und Niklas und Mike Andersson spielen irgendwo zwischen Sabaton (Gimmicks), Edguy (Abgedrehtheit der Gimmicks) und Battle Beast (Eingängigkeit der Melodien). TUNGSTEN sind daher auf der Seite des Power Metals, die Live wunderbar funktioniert und für Neulinge ein guter Einstieg ins Genre sein können, aber kaum eine Langzeitwirkung hat.
„Joker“ eröffnet mit einer Jodel-Einlage von Anders und legt großen Wert auf den eingängigen Refrain. Die Growl-Passage wird einfach direkt durch wirklichen Cookie-Monster-Gesang ersetzt. Einmal lustig, beim zweiten Mal schon nicht mehr.
„Fuego Del Sol“ startet mit einem Eurobeat und hätte so, mit Piraten Lyrics, auch von Alestorm stammen können. In „Supernova“ wirds dann frech. Das Kuckuck-Riff sei den Schweden noch verziehen, im Chorus dann aber die Interaktion mit dem Publikum direkt einzubauen, muss nicht sein. „If you say „Super“, you say „Nova““. Damit es auch der Letzte versteht. „Ted The Exorcist“ stammt direkt aus der Pain-Mottenkiste und packt den Tanzbeat aus. Wie immer - das kann man sich an dieser Stelle schon denken - wird großes Augenmerk auf den Chorus gelegt, die Strophen laufen eher unspektakulär nebenher. Gleiches gilt für „Ruin“, welches jedoch wieder mit einem Singspiel im Intro aufwartet.
Mit einer industriell kalten Produktion veredelt, ist „Ashes“ ein Album, was den Power-Metal-Mainstream direkt an der Türschwelle abholt. Alles ist auf Funktionalität getrimmt, keine Nummer hat einen doppelten Bogen oder muss Zwanghaft mehr als einmal gehört werden, um den Refrain auswendig zu können. Hier sind Profis am Werk!
(Manuel)





















































































