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CALL OF CHARON - Plaguebearer  CALL OF CHARON - Plaguebearer 
(Massacre Records)

Achtung, Achtung, letzter Aufruf! Kommt alle noch schnell an Bord. CALL OF CHARON ist der Ruf des Fährmanns "Charon", der die Toten für ein gewisses Entgelt mit seinem Boot über den Fluss Styx ins Totenreich Hades bringt und gleichzeitig der Name des Nordrhein-Westfälischen Quartetts, das bereits seit 2006 auf dem Deathcore/Death Metal Strom herum schippert. Die Band hatte in der Vergangenheit häufig mit Besetzungswechseln zu kämpfen und war sich wohl auch uneins über den Fortgang und die Richtung, die man einschlagen wollte oder sollte. Somit ist von den Gründungsmitgliedern auch nur noch Sänger Patrick Kluge übrig, der die Band 2009 wegen inneren Querelen verlassen hatte und die Bandangelegenheiten erst 2015 wiederaufnahm. Ganze 13 Jahre hat es letztlich gedauert, bis CALL OF CHARON mit "Plaguebearer" ihr Debüt full-length an den Start bringen konnten. 

Das Synth-gestützte, verzerrte Intro "Prayer to an Empty Sky" beschwört bereits eine bedrohliche Stimmung herauf, die vom eigentlichen Opener "Illusive Savior" weiter getragen wird, sich aber nicht über das gesamte Album erstreckt. CALL OF CHARON - BandIn den harten, aber eingängigen Refrains wird man bei "Illusive Savior" oder "Antigone's Farewell" regelrecht melodisch, was mir persönlich beim Deathcore eher etwas deplatziert vorkommt und ich in der Melodic Death Metal Ecke wesentlich besser aufgehoben finde. CALL OF CHARON sollten sich mehr auf ihre harten, wuchtigen Passagen konzentrieren, denn diese meistern sie mit Bravour. Das schnelle, mächtig auf die Felle geprügelte und alles andere als gelangweilte Highspeeddrumming steht ihnen nämlich auf jeden Fall äußerst gut zu Gesicht. Ansonsten gibt es aber ohnehin überwiegend fett auf die Mütze. Atmosphärisch, aber oftmals disharmonisch gezockte Gitarren schmiegen sich an deftig hämmernde Drumworks und ordentlich mit Bass unterspültes Geschranze. Fett angereicherte Breakdowns inklusive. Fronter Patrick setzt seinen Gesangseruptionen vielseitig ein, so glänzt er mit kraftvollem Death Growling, Roaring, Barking, Shouting oder auch Screaming an den passenden Stellen. Auch die hintergründigen Shouts und Chorusse, bei denen die Duisburger Unterstützung von befreundeten Bands erhielten, haben ihren Reiz.

 

Beim fünften Track "These Shining Stars" handelt es sich übrigens um die Neuaufnahme einer bereits 2008 veröffentlichten Nummer, die von der "Unholy Alliance"-Split CD mit FOR THOSE UNSEEN stammt. Ein Song mit arschtighten Arrangements, die eine enorme musikalische Dichte aufbauen. Auf "Plaguebearer" wurden aber immer wieder fette Ideen verwurstet. Den beabsichtigten Wechsel zwischen zugänglichen Melodiebögen und donnernden Disharmonien finde ich dabei besonders gelungen. Auch in den unterschiedlichen Geschwindigkeitsbereichen agiert man richtig schön flexibel. CALL OF CHARON fühlen sich im Blastinferno, wie in doomigen Slam-Death Gefilden also gleichermaßen zu Hause. Ich könnte mir vorstellen, dass der modern gehaltene Deathcore gerade bei der jüngeren, Extrem Metal affinen Klientel gut ankommt. CALL OF CHARON - BandGanz nebenbei haben die Deathcore Shootingstars, die mit ihrem Erstlingswerk "Plaguebearer" bereits beim Major Label Massacre Records anlanden konnten, mit CJ McMahon (THY ART IS MURDER) und Frankie Palmeri (EMMURE) zwei absolut hochkarätige Genrevertreter als Gastsänger für ihr neues Werk an Land ziehen können. Henri Sattler (GOD DETHRONED) hat zusätzlich ein Gitarrensolo für den Song "My Darkest Hour" eingespielt. Somit hat das Ganze auch ohne die wirklich saubere und fett drückende Produktion bereits internationale Klasse erreicht, die selbstredend nicht nur auf die Guest Performances zurückzuführen sind.

 

Ich für meinen Teil würde aber der Kurzweil zu Ehren, hier und da noch den ein oder anderen fies (spitz und scharf) und böse (schartig und sägend) ausbrechenden Gitarrengimmick zwischen die, mir etwas zu trendlastigen Gitarren einbauen, wie es Henri Sattler mit seinem verschwurbelten Gitarrenpart beim eigentlichen Rausschmeißer "My Darkest Hour" getan hat. Die Jungs sind mächtig stolz auf ihren Seuchen(über)träger und das dürfen sie angesichts des wuchtig zermürbenden und druckvoll ballernden Materials auch sein. CALL OF CHARON können also definitiv schon jetzt mit den Großen pissen gehen und zocken in 38:07 Minuten, inklusive In- und Outro elf modern interpretierte und brutale Tracks vom Leder, die es wahrlich in sich haben. Produziert wurde der "Plaguebearer" von Gründungsmitglied, Ex- und Session-Gitarrist Philipp Kaase in seinen PEKAY Audio Productions zu Bochum. Abgemischt und final gemixt wurde das Debüt hingegen von Zack Ohren (ALL SHALL PERISH, FALLUJAH, MACHINE HEAD) in den Castle Ultimate Productions in Oakland, California.

(Janko)

https://www.callofcharon.com
https://www.facebook.com/callofcharon

 

Das komplette Album könnt ihr auf der CALL OF CHARON Bandcamp Seite streamen: https://callofcharon.bandcamp.com/album/plaguebearer

 

 

Oder lasst euch von den Videos der Band infizieren:

Illusive Savior:
https://youtu.be/WgY_UqQDFWQ

These Shining Stars (Official Video):
https://youtu.be/f7UcR0RPuog
 
Crown Of Creation [Feat. Frankie Palmeri) [Lyric Video]:
https://youtu.be/wrl9XhlR470

Misery (The Plaguebearer) [Feat. CJ McMahon] (Lyric Video):
https://youtu.be/2tsMf4xauFo


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