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Becker-Jason-TriumphantHearts.jpgJason Becker – Triumphant Hearts

Music Theories Recordings / Mascot / Rough Trade

 

Die tragische Geschichte von JASON BECKER dürfte einigen bekannt sein, daher sei sie hier nur kurz angerissen. JASON BECKER spielte zusammen mit Marty Friedman schon mit 16 Jahren bei Cacophony und stieg mit 20 Jahren bei David Lee Roth ein. Während der Aufnahmen zum dritten David Lee Roth Album „A Little Ain’t Enough“ erkrankte er an der unheilbaren Nervenkrankheit ALS, die ihn über die Jahre langsam an den Rollstuhl fesselte. Mittlerweile ist BECKER bewegungsunfähig, wird künstlich ernährt, hat aber nicht aufgehört Musik zu schreiben. Das wurde ihm anfangs durch ein spezielles Computerinterface ermöglicht, mittlerweile kommuniziert er über seine Augen und ein dafür von seinem Vater entwickeltes Alphabet und teilt so mit, was auf dem Computer zu programmieren ist (siehe Link zum Albumtrailer unten).

Auf „Triumphant Hearts“ gibt es natürlich kein extremes Gitarrenshredding zu hören, vielmehr wandeln Beckers Gedanken zwischen klassischen Arrangements, sphärischen Klängen und Filmmusik artigen Kompositionen, die von vielen bekannten Namen an der Gitarre (mit und ohne Strom) oder Geige (Hiyori Okuda, Ehefrau von Marty Friedman) umgesetzt werden. Vocals sind nur auf drei Songs zu finden. „Hold On To Love“ ist eine Soul-Nummer, die mit Gospel Chören versehen ist und von der es weiter hinten auf dem Album noch einen ruhigeren Mix gibt. Der Text der Nummer ist autobiographisch und sorgt für einen ordentlichen Kloß im Hals. „We Are One“ ist eine funkige Nummer mit spät-80er Flair, die bestimmt nicht jedermanns Sache, aber erstklassig in Szene gesetzt ist. „Blowin‘ In The Wind“ hingegen ist bekannt und souverän umgesetzt. Das Hauptaugenmerk des Albums liegt natürlich im instrumentalen Bereich.

Der eröffnende Titeltrack ging mir mit seinen getragenen Melodien gleich tief unter die Haut. Wenn Uli Jon Roth und Chris Broderick in „Magic Woman“ zwischen elektrischer und akustischer Gitarre wechseln, ist Gänsehaut angesagt. „Fantasy Weaver“ besticht durch klassische Arrangements und fernöstliches Flair und in „Once Upon A Melody“ wurde um ein altes Gitarrensolo von Becker herumarrangiert. Im 9-Minütigen „Valley Of Fire“ gibt sich die Crème de la Crème der Szene die Ehre. Steve Vai, Joe Bonamassa, Paul Gilbert, Neil Schon, Jeff Loomis und viele andere steuern fantastische Soli bei. Mit „Taking Me Back“ und „Tell Me No Lies“ komplettieren zwei alte Instrumentalaufnahmen von JASON BECKER das Album, die für etwas metallisches Flair sorgen. Es finden sich zwar auch ein paar entbehrliche Sachen auf „Triumphant Hearts“, vor der Hintergrundgeschichte von BECKERS Erkrankung, ist das Album aber ein beeindruckendes Zeichen für eisernen Willen. Ein ergreifendes Album, das mich mehrfach tief berührt hat.

 

(Schnuller)

 

https://jasonbecker.com/

 

 

Albumtrailer:

https://www.youtube.com/watch?v=IXSR85mwRXw

 


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