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Six Feet Under - TormentSix Feet Under - Torment

(Metal Blade)

 

Just in dem Moment, in dem der Heavy Metal den Pop allmählich auf die hinteren Plätze der Charts verweist, legen SIX FEET UNDER ihr wohl brutalstes, deftigstes und schnellstes Album vor. Seit 1993 ist die Death Metal Legende aus Seattle, Washington bereits on Stage und veröffentlicht dieser Tage ihr zwölftes Kreissägenblatt, wenn man die vier Graveyard Classics (Cover Alben) nicht mitrechnet. Das ist eine recht ordentliche Ausbeute, die man da seinen Backkatalog nennen darf. Die neueste Zerlegesäge „Torment“, aus dem Hause SFU spaltet sich in zwölf fette Tracks auf, die man in 46:59 Minuten verwurstet hat. Das brachiale Groove Death'n'Roll Dreigestirn (Gitarrist Ray Suhy stieß erst nach den Aufnahmen zu „Torment“ zur Band), liefert endgeile Nackenbrecher, die zum Teil mit einem stakkatohaften Gesamtaufbau, ohne sich dabei großartigten Seitenblicken hinzugeben, direkt auf den Punkt kommt. Die aggressive und brachiale Felldrescherei von Marco Pitruzzella ist abartig pervers, die teilweise recht eigenwillig gezockten, scharfkantigen Gitarren reißen tiefe Wunden, Bansboss Barnes, der so richtig schön abgefuckt klingt, röhrt sich mit seinem pervertierten Todesgegrunze die Stimmbänder aus der Verankerung und die klinisch reine Aufnahme ist der absolute Brüller. Chris Barnes 1Dass hier Vollprofis am Werk waren, hört man dem bestialischen Reibeisen „Torment“ definitiv an. Die vergleichsweise jungen Leute, die Rastaman Cris Barnes -der mit Gongschlag zum 29.12.2017 ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel hat- um sich scharte, setzen hörbare und deutlich akzentuierte Duftmarken und bringen neuen Schwung, sowie noch extremere Aggressionen in den SIX FEET UNDER Sound. Nicht möglich? Aber sowas von!

 

„Torment“ hinterlässt also ein tragisches Bild totaler Verwüstung in deinem Wohnzimmer, indem es sich durch den tödlichen Grenzstreifen zwischen tiefenverzerrtem, assigen Amokriffing, brachialem Grunting sowie dem äußerst derben Cross- und Polyrhythmik Drumstyle trümmert. Die fette Bassarbeit steuert eine Menge Groove zu diesem ultimativen Stahlgewitter bei, das einem beherzten Griff an eine abisolierte Starkstromleitung gleicht. „Torment“ ist die akustische Essenz von Bosheit, Hass und Gewalt, um den wahren Geist des Kranken Individualismus in musikalische Extreme zu führen. Da gibt es keine zweite Meinung. „Torment“ killt! Böse Titel, böse Musik und böse Texte, über die Kunst des Mordens, Schlitzens, Schlachtens, Zerlegens, Zersetzens in heimtückisch vertonter Brachialgewalt.  Hier braucht man gar nicht erst auf die einzelnen Tracks einzugehen, denn hier jagt ein Killer Track den nächsten. Aber SFU können auch für Verschnaufpausen sorgen, wenn sie denn wollen, was aber nur selten vorkommt. Die geniale und faszinierende Architektur der einzelnen Songs übt eine unglaubliche Anziehungskraft auf mich aus. Chris Barnes 2Barnes zeigt sich gesanglich unflexibel wie eh und je, was sein extremer, eigenständiger Death’n’Roll Style aber auch absolut nicht nötig hat, denn so ist es einfach am authentischsten.

 

Den Großteil der Musik schrieben Chis Barnes, der früher bei CANNIBAL CORPSE die Mikrophon Membran malträtierte und Bassist/Gitarrist Jeff Hughell (SKIN THE LAMB, ex-BRAIN DRILL). Auch Drummer Marco Pitruzzella (ANOMALOUS, NEUROGENIC, ex-BRAIN DRILL) war an einem Großteil der Entstehungsgeschichte zu „Torment“ beteiligt. Das abartig geile, verstörende Cover stammt von dem, noch recht unbekannten Freelance Artist Septian Devenum, ein aus Jakarta, Indonesien stammender junger Künstler. Es spiegelt den gesamten Background von „Torment“ in perfekter Weise als brutale Verkettung unmenschlicher Qualen wieder. Ein Album zum brutal laut hören und den unmittelbaren Nachbarn beim endgültige Auszug zugucken.

 

(Janko)

 

www.facebook.com/sixfeetunder


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