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Sabaton – HeroesSabaton – Heroes
(Nuclear Blast)

 

Gleich vorweg: Mir ist bewusst, dass es zahlreiche Sabaton Hasser da draußen gibt, aber für euch ist dieses Review leider nicht geschrieben ;-)
Dennoch hab ich nicht die besten Nachrichten für die Sabaton Fans. Auf der einen Seite wird zwar keiner richtig enttäuscht werden, es gibt Hymnen, den typischen (fast schon zu typischen) Sabaton Stil und natürlich massenweise heldenhafte Geschichten, die Kriege so zu bieten haben. Der Keyboard Anteil wurde etwas zurück gefahren, aber alle markanten Trademarks sind dennoch vorhanden. Wieso also dann nicht euphorisch?
Nun, so langsam schwindet meine Euphorie bei der Truppe, denn es kommt mir vor, als ob diese auf der Stelle tritt und sich selbst zu sehr limitiert. Und das führt natürlich dazu, dass keine Überraschungen geboten werden und man nicht mehr ganz unterscheiden mag, auf welchem Album nun welcher Song genau steht und ob es jenen oder welchen nicht schon mal vorher gab (aktuell „Smoking Snakes“).
Der Opener „Night Witches“ hat zwar eine andere Melodie, von seinem Stampf-Rhythmus her erinnert dieser aber an „Ghost Division“, erreicht aber nicht dessen Klasse. Dafür kommt der anschließende „No Bullets Fly“ schon viel besser rüber, mit cooler Meldoie und coolem Refrain. Genau gleich gelingt auch „Resist & Bite“. Diese weichen wenigstens ein Stück vom Standard ab und sind daher die richtigen Highlights. Dafür gibt es aber auch drei Negativ Songs: Zum einen „Inmate 4859“. Ein schleppender, düsterer Song bei dem im Refrain ständig „Auschwitz“ drin vorkommt. Klar kann man sich denken, dass damit irgendwelchen Aufständigen im Lager gedenkt wird, aber es hinterlässt einen faden Beigeschmack, dieses Wort in Verbindung mit einer Ohrwurmhymne zu hören, auch wenn ich weit davon entfernt bin, Sabaton irgendwelche Nazi oder Kriegsverherrlichenden Gedanken unterzujubeln.
Der zweite wäre „To Hell And Back“. Mit der fröhlichen Flöte sollen hier wohl Akzente gesetzt werden, diese geraten aber so kitschig oder sogar kindisch, dass der Schuss nach hinten los geht (erinnert sich noch jemand an Running Wild’s „The War“?, gabs ähnliche Stellen).
Und der dritte Tiefpunkt ist die Ballade „The Ballad Of Bull“ (Übrigens kommen die Songs genau in der Reihenfolge direkt hintereinander auf dem Album). Diese wäre an sich noch nicht mal schlecht sondern guter Durchschnitt, aber muss der gute Joakim hier so permanent das R rollen und dazu noch so hart singen? Das ist eine Ballade, die soll gefühlvoll rüberkommen und nicht zum Kämpfen animieren. Ziel ganz klar verfehlt.
Die restlichen Songs sind dann eben Sabaton Durchschnitt. Nicht schlecht, aber nach so vielen Jahren ohne Neuerung auch nicht wirklich mehr gut.
Das heißt im Endeffekt hat der Fan hier ein durchschnittliches Album seiner Faves, bei dem aber für meinen Geschmack drei Negativ Ausreißer zwei wirklichen Höhepunkten gegenüberstehen und der Rest eher verzichtbar ist. Stagnation geht nicht lange gut, meist kommt danach ein Rückschritt. Hoffen wir die Schweden können ihr Ruder demnächst mal rumreißen, sonst ist’s schnell vorbei mit dem verdient aufgebauten Headliner Status.

 

(Röbin)

 

http://www.sabaton.net/

 


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