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Andreas Laufhütte - Hof Gutenberg

Andreas Laufhütte - Hof Gutenberg

(Redrum Verlag)

 

- irrer und perverser Physio-/Psychoterror-Trip ohne Tiefgang -

 

Der Vorzeigeschüler Stuart Gunn lebt in dem kleinen Örtchen Curnie Falls im Bundesstaat Nevada im Westen der USA. Er ist besessen. Besessen von einer unbändigen Gier nach Sex. Nur Sex macht ihn glücklich, bis er ihm irgendwann zu langweilig wird und er sich neu ausrichten muss. Stuart, der in jungen Jahren bereits so ziemlich alles ausprobiert hat, denkt, trinkt, isst und atmet Sex. Bis er Bernadette kennenlernt, sie heiratet und ein Haus im nordöstlich gelegenen Viertel von Curnie Falls für sie beide kauft. Ein bisschen geistesgestört ist er ja schon, der indes zum Arzt avancierte Stuart Gunn. Er legt sich mit seinem Nachbarn an, quält Tiere, ist ein wenig ekelhaft, stets gewaltbereit, steht auf kleine Mädchen, ist sexuell übersteigert und bringt seine Frau Bernadette an ihre sexuellen, wie auch körperlichen Grenzen. Als die ihm letztlich den Laufpass gibt, versucht er seine Hypersexualität auf andere Weise zu stillen. Und so genießt er mit seinem Kumpel Charlie Perlmutt einen Urlaub voller sexueller Abenteuer. Wieder zu Hause lässt er sich extrem gehen, frönt dem Lotterleben, verliert seinen Job in Krankenhaus und findet Halt in einer neuen, fragwürdigen Leidenschaft. Als Charlie Stuart einige Zeit später zu Hause besucht, ist dieser ob des Zustands seines Freundes und dessen Behausung mehr als nur besorgt. Er will mit Stuart erneut Urlaub machen. Dieses Mal jedoch in Deutschland. Das Hochglanzprospekt, das Charlie Stuart über den Tisch schiebt, zeigt ein paar Kühe auf einer grünen Wiese und mitten darauf in weißen Lettern "Hof Gutenberg". Hof Gutenberg, ein Vorzeigebetrieb für Rinderzucht mit über zehntausend Tieren. Stuart fragt sich zu Recht, was sie an diesem Ort sollen. Doch das wird er noch früh genug erfahren...

 

Im zweiten Teil des extremen Thrillers wird ein Mädchen im jugendlichen Alter gegen ihren Willen im Keller eines Gebäudes festgehalten. Sie heißt Melanie und soll gewisse Dinge für ihre Entführer tun. Als sie erfährt, was sie tun soll, kann Melanie nicht mehr an sich halten und bricht in schallendes Gelächter aus. Doch das in weis gekleidete, offensichtlich geistesgestörte und sadistische Monster Doktor Friedhelm Liebherr meint seine kranken Forderungen todernst und wer seine Regeln nicht befolgt, wird unbändige Schmerzen leiden müssen. Melanie, die damit selbstredend nicht wirklich klarkommt, muss fortan enorme physische und psychische Qualen über Körper, Geist und Seele ergehen lassen. Denn was hier unten im "Keller" von Hof Gutenberg geschieht, ist verdammt kranker Scheiß. Der "Dr. Mengele-Verschnitt" Doktor Friedhelm Liebherr und seine Gäste schrecken nämlich wahrlich vor nichts zurück. "Hof Gutenberg" ist an perversem, sexuellem Grauen, geisteskranker, Würgereiz hervorrufender Abartigkeit und massiver, exzessiver Brutalität kaum noch zu überbieten. Dieses durchgeknallte Gedankenkonstrukt kennt weder Tabus noch Grenzen!

 

Das bedrückend trostlose, gefühlskalte und äußerst morbide Szenario, das Andreas Laufhütte im ersten Teil seines, am 25.09.2019 erschienenen, 313 Seiten starken Thriller "Hof Gutenberg" skizziert, ist bizarr und moralisch verwerflich. Andreas Laufhuette ©RedrumGenau die Attribute, auf die sich REDRUM-Fans in aller Regel voller Freude stürzen. Für diejenigen Leser, die mit grenzwertigen Aneinanderreihungen übelster Darstellungen von Erniedrigung, Mord, Totschlag, Vergewaltigung, Folter, Verstümmelung, extremen sexuellen Übergriffigkeiten usw. nichts anfangen können, denen sei ausdrücklich empfohlen, sich lieber nicht mit derart derber und konsequenter Lyrik auseinanderzusetzen, denn das Hofgut der Abartigkeiten bewegt sich deutlich und ganz bewusst weit abseits des guten Geschmacks. Leider ist der Plot, in dem ein süffisanter Unterton mitschwingt, der auf ein gewisses Amüsement des Verfassers schließen lässt, nicht sonderlich geistreich aufgebaut, alles andere als lebensnah und lässt es an Tiefgang missen. "Hof Gutenberg" wirkt daher auch etwas emotionslos, konstruiert, sowie gekünstelt und entwickelt weder Flair noch Charakter.

 

Spannung erzeugen kann er allerdings der gebürtige Ruhrgebietler und heute im hohen Norden Schleswig-Holsteins lebende Andreas Laufhütte. Das muss man ihm schon lassen, denn als Stewart Gunn nur wenige Zeit später sein Gewissen plagt, wird ihm voller Entsetzen bewusst, dass er offensichtlich einen Pakt mit dem Teufel geschossen hat. Nur hat Stuart den Bogen bereits zu weit überspannt, um folgenfrei aus dem Höllenschlund der hemmungslosen Unmenschlichkeiten und des unsäglichen Leids entfliehen zu können. Dem Roman "Hof Gutenberg", der sich an einem Sud aus Blut, Speichel, Schweiß, Erbrochenem, Exkrementen, Muttermilch, Hirn und Ejakulat satt frisst, mangelt es jedoch an einer tiefenpsychologischen Auseinandersetzung mit seinen Protagonisten, sowie einer ausgeprägteren Zeichnung selbiger. Sympathien für Laufhüttes Personal zu entwickeln, fällt dem Leser aufgrund der extremen und perversen Handlungen der Protagonisten, wie auch deren Synapsen-überfordernden Grenzerfahrungen nicht gerade leicht. Dem Autor ging es im Falle von "Hof Gutenberg" wohl eher um die nackte Zurschaustellung abartiger und perverser Gewalt. Dieses abnorme, grenzüberschreitende Ekelpaket ist nur was für besonders Hartgesottene. Wer sich von dem bedrückenden und von krankhaften Obsessionen gezeichneten, bösartigen, unmenschlichen, an Abartigkeiten kaum noch zu übertreffenden Thriller pädagogisch wertvolle oder geistig hochtrabende Literatur erhofft, wird schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Aber das wird auch sicherlich nicht des Autors erklärtes Primärziel gewesen sein.

 

(Janko)

 

https://www.facebook.com/andreas.laufhutte

 

Link zur Buchseite des Verlags: https://www.redrum-verlag.de/hof-gutenberg.html?language=de

 

Andreas Laufhütte - Hof Gutenberg

Redrum Books

Thriller

Taschenbuch: 313 Seiten

ISBN-13: 978-3959578776

14,99 €

Erscheinungsdatum: 25.09.2019

 

Leseprobe: https://amzn.eu/5fcvBma


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