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Ritchie Blackmore - Black KnightRitchie Blackmore - Black Knight
(Jerry Bloom)


Beeindruckend! So muss eine gute Biografie aussehen. Jerry Bloom widmet sich in seinem 488 Seiten Wälzer dem legendären Deep Purple, Rainbow und Blackmores Night Gitarristen. Das Buch ist extrem ausführlich und beginnt mit Ritchies Kindheit, über seine ersten musikalischen Gehversuche bis hin zu ersten Bands wie Screaming Lord Sutch oder The Outlaws. Wir erfahren viel über Mr. Blackmores Zeit in Bands wo er nur ein normales Mitglied war ohne viel Mitspracherecht, seine Auftritte und Affären auf der Hamburger Reeperbahn und schließlich die Gründung von Deep Purple. Schon ganz früh in der Karriere der legendären Band zeigte sich das Ritchie der führende Musiker war, der Ideengeber, Egozentriker aber auch Motor. Alben wie "In Rock" oder "Machine Head" wurden zur Legende und Ritche kreierte am Genfer See das Riff zu "Smoke on the Water". Nicht ausgespart (und das ist gut so) werden auch die Auseinandersetzungen der Dickköpfe Blackmore und Ian Gillan.

 

Die Situation innerhalb der Gruppe wurde mit zunehmendem Erfolg immer schlimmer und schließlich verließ Blackmore Deep Purple um die legendären Rainbow, mit Ronnie James Dio am Mikro, zu gründen. Auch hier wurde Rockmusik Geschichte geschrieben mit Alben wie "Rising" oder "Long Live Rock´n Roll". Wir erfahren viel über die ständigen Line Up Wechsel (man kann nicht gerade sagen das der launische Gitarrengott seine Musiker sehr gut behandelte…) und die Hinwendung zum Kommerz mit Hit Singles wie "Since you´ve been gone".

 

Auch wird viel erläutert was hinter den Kulissen im Privaten oder Geschäftlichen passierte. Blackmore kalkulierte knallhart und war für seine Streiche gegenüber Mitmusikern berüchtigt. Die Reunion mit Deep Purple, die schließlich folgende endgültige Trennung und die Hinwendung zu mittelalterlichen Sounds (durch Ritchies neue Liebe Candice Knight herbeigeführt) mit Blackmores Night wird auch ausführlich beschrieben. Mit den Jahren wurde der "Man in Black" zwar etwas ruhiger, ein guter Einfluss von Candice, aber als "umgänglich" kann man den Mann wohl auch heute noch nicht bezeichnen. Was aber unbestritten ist, dürfte die Tatsache sein das Ritchie ein begnadeter Gitarrist, ja einer der besten der ganzen Szene ist. Jerry Bloom bezog seine Informationen  zu dieser Biografie aus zahlreichen Artikeln, Interviews, Treffen mit Blackmore und Kollegen, Freunden aus dem Umfeld und so weiter. Der Mann hat echt wahnsinnig genau recherchiert und man erfährt etliches (das Interesse Blackmores an Spirituellem, das Desinteresse an seinem deutschen Sohn Jürgen, etc.) was man vorher in dieser Deutlichkeit nicht wusste.

 

Der Schreibstil ist locker und interessant und eine ausführliche Diskografie rundet den großen schwarzen Schinken ab. Ich hab das Teil echt verschlungen und kann nur empfehlen es sich zu besorgen. Eine Biografie einer lebenden, umstrittenen Legende. Absolut Top!

 

Erschienen im Verlag Grosser & Stein GmbH, ISBN: 978-3-86735-290-1, erhältlich u.a. bei Amazon.

(Arno)


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