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INCANTATION - Sect Of Vile DivinitiesINCANTATION - Sect Of Vile Divinities
(Relapse Records)

 

Oh man, da hat mich Arno (Hauptredakteur vom Totentanz Magazin), durch Zusenden der neuen INCANTATION Scheibe "Sect Of Vile Divinities" doch glatt davor bewahrt, einen mir selbst gegenüber unverzeihlichen Fehler zu machen. Ich hatte das ultimative Death/Doom Brett der US-Boys nämlich beim schnellen durchchecken meiner Mails und nach kurzem Anspielen der ersten Tracks bereits wieder gelöscht. Da wäre mir beinahe ein wirklich dicker Fisch durch die Lappen gegangen, denn der variabel gezockte, trostlose und faulige Old School Death Metal, der uns von den Meistern aus Johnstown, Pennsylvania dargeboten wird, zündet ein Großfeuer der Emotionen ab...Goat sei Dank also und vielen Dank Arno, an dieser Stelle! ;-) Die elfte INCANTATION Todeswalze "Sect Of Vile Divinities" verspricht nämlich äußerst facettenreichen, derben und anspruchsvollen Old School Death Metal mit gehörigem Tiefgang.

 

INCANTATION switchen oft zwischen den Geschwindigkeiten hin und her und wechseln dabei von blasphemischen, oftmals regelrecht thrashigen Death Sequenzen hin zu ausladenden, groovigen Doom Passagen. "Sect Of Vile Divinities" strahlt eine, von inniger Hingabe getriebene Wucht aus und klingt mit seinen, bis ins Detail ausgeklügelten, arschtighten und äußerst faszinierenden Arrangements ein bisschen nach einem Hybrid aus BOLT THROWER, IMMOLATION und KONVENT. Gerade was das letzte Drittel der Groovewalze "Black Fathom’s Fire", das bockstarke "Ignis Fatuus" oder das Mega-Brett "Unborn Ambrosia" anbetrifft, erinnert mich das 1989 gegründete Death/Doom Fourpiece in seiner doomigen Ausrichtung stark an die dänischen All Girl Primitive Death/Doom Newcomer KONVENT, die gerade INCANTATION zu ihren Haupteinflüssen zählen. Die Songs beflügeln regelrecht, wie das bei dem schwerfälligen, puren Teufelswerk "Unborn Ambrosia" besonders deutlich wird. INCANTATION haben beim Aufbau der Songs auf jede noch so belanglos erscheinende Kleinigkeit geachtet. INCANTATION "Sect Of Vile Divinities" wirkt dadurch jedoch keinesfalls verschachtelt, sondern einfach nur arschtigth ausgearbeitet und perfekt umgesetzt.

 

Das kräftige, unterirdisch-kehlige Death Gegrummel von Gitarrist  und Hassprediger John McEntee bleibt dabei über jeden Zweifel erhaben. Häufig drehen sich seine gotteslästerlichen Texte um Satanismus, Okkultismus, Mystik und das Christentum. Auch in technischer Hinsicht ist das dargebrachte Material auf "Sect Of Vile Divinities" selbstredend auf allerhöchstem Niveau. Die düstere, fleischige Musik beschreibt viele, auf die potenzielle Hörerschaft jedoch zu keinem Zeitpunkt anstrengend einwirkende Wechsel, die dem Unwort "Langeweile" von vornherein die Stirn bieten, es sogar gänzlich ausblenden und somit im Keim ersticken. "Sect Of Vile Divinities" ist einfach nur übelst cool gezockter, traditioneller Death Metal, der von 0 bis 100 einfach alles kann! Das liegt natürlich auch an der exzellenten Instrumentenbeherrschung der einzelnen Bandmember. So wird das, anfangs von Raserei durchtriebene "Entrails of the Hag Queen" beispielsweise von kleineren Timebeding-Sequenzen in doomige Gefilde umgeleitet. Daran ist auch Lead Gitarrist Sonny Lombardozzi, der die Band 2019 verließ und 2020 von Luke Shively (DISMEMBERMENT) ersetzt wurde, maßgeblich beteiligt. Aber auch Schlagzeuger Kyle Severn ist technisch versiert und legt nicht zuletzt in "Chant of Formless Dread" eine enorme Geschwindigkeit vor, die von Sonnys starken Leads ausgehebelt und in eine bestialisch anmutenden Moloch aus ritueller Verzweiflung gelenkt werden.


John McEnteeDie zwölf Tracks und 45:42 Minuten umfassende, extrem spaßbereitende, wie auch enorm abwechslungsreiche Death Metal Scheibe "Sect Of Vile Divinities", die sich eben auch gerne mal am reichhaltigen und vordergründigen Funeral Doom Buffet satt frisst, ist absolut der Tradition verschriebener, teils melancholisch angehauchter Death/Doom mit Charisma und Flair. Die einzelnen Tracks besitzen ihren ganz eigenen, nicht zu unterschätzenden Spannungsbogen und so kann man bei "Sect Of Vile Divinities" mit Fug und Recht behaupten, eines der besten Death/Doom Metal Alben des Jahres vorliegen zu haben...so dermaßen abgebrüht zu zocken gelingt den wenigsten Bands! Von INCANTATION kann man sich also auch als gestandene Band des weitläufigen Sektors gut und gerne eine Scheibe abschneiden...dass mir das als eigentlicher INCANTATION Sympathisant nicht gleich aufgefallen ist...ich muss mich doch sehr über mich selbst wundern!


(Janko)

http://www.incantation.com

https://www.facebook.com/IncantationOfficial/

 

 

Blasphemie in audiovisueller Form:

Entrails of the Hag Queen:

https://youtu.be/PjDElBhjA7c

 

Fury’s Manifesto:

https://youtu.be/-kpneyOf5WA

 

Propitiation:

https://youtu.be/f4PwHaQfBdQ

 

Full Album Stream:

https://youtu.be/EF6K0TMFCOw


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